Vorsorgevollmacht schützt Leistung aus der Unfallversicherung vor Sperrkonto

750.000 EUR aus der Unfallversicherung landen auf einem Sperrkonto, weil Sie keine Vorsorgevollmacht haben oder sie nicht gefunden wird.

Sie haben eine Unfall-, Dread-Disease- oder Berufsunfähigkeitsversicherung und sind der Meinung, dass Sie ausreichend versichert sind?

Sind Sie vermutlich auch. Aber ist Ihnen bewusst, dass diese Leistungen auf einem Sperrkonto landen können, weil Sie unter Betreuung stehen?

Der § 1896 BGB regelt dies.

“(1) Kann ein Volljähriger auf Grund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht besorgen, so bestellt das Betreuungsgericht auf seinen Antrag oder von Amts wegen für ihn einen Betreuer.”

Ein vermutlich fremder Mensch, der Betreuer, bestimmt dann u.a. über

  • Ihren Aufenthalt,
  • Ihre Gesundheit und
  • Ihr Vermögen.

Der Betreuer schützt Ihre Vermögenswerte gegen den Zugriff Dritter und führt Ihre Konten. Hier ein Auszug aus dem Merkblatt für Betreuer:

“Der Betreuer ist zur ordnungsgemäßen Verwaltung unter Berücksichtigung der Wünsche des Betreuten verpflichtet. Vermögen, das nicht für die laufenden Ausgaben des Betreuten bereitzuhalten ist, ist wirtschaftlich sinnvoll, verzinslich und mündelsicher anzulegen. Mündelsichere Anlagen sind z.B. festverzinsliche Anlagen bei Banken und Sparkassen, Bundesanleihen, Bundesobligationen, Bundesschatzbriefe. Kommt im Einzelfall eine „Andersartige Anlegung“ in Betracht, so ist die Genehmigungsfähigkeit vorher mit dem Betreuungsgericht zu klären. Für Verluste aus nichtgenehmigten Geldanlagen ist die persönliche Haftung des Betreuers möglich.”

Was bedeutet dies dann für Ihren Fondssparplan, Ihre Ruhestandsplanung oder für die Absicherung Ihrer Angehörigen? 

WICHTIG: Sind Sie als (alleiniger) Gesellschafter-Geschäftsführer handlungsunfähig (z.B. Schlaganfall, Koma nach Autounfall), können Ihre Familienangehörigen (Ehegatte, Kinder) beim Amtsgericht eine sog. Betreuung beantragen (§§ 1896 ff. BGB, 65 ff. FGG). Danach sind diese Personen berechtigt, in Vertretung für sie zu handeln. Aber können sie das?